Blog Corona klein-min
RICHTIG GUT LEBEN

RICHTIG GUT LEBEN

Das Gefährlichste an Corona

(und unsere Chance in der Krise)

Unter anderem erfahren Sie hier, warum sich jetzt so viele Menschen an Klopapier klammern und was uns in der Krise wirklich Halt geben kann.

Wir setzen uns mit dem Coronavirus auseinander. Und das ist gut so.
Wir beachten die verordneten Vorsichtsmaßnahmen. Und das ist gut so.
Wir versuchen gesundheitlich und wirtschaftlich das Ärgste zu verhindern. Und das ist gut so.

Derweil lauert allerdings an ganz anderer Stelle eine Gefahr – die Angst. Die Angst um Gesundheit, die Angst um Familienangehörige, die Angst vor Konjunktur.

Die schlechte Nachricht: Sie ist in ihren Auswirkungen wohl nicht weniger desaströs, als es das Virus selbst sein könnte. Die gute aber: Sie kann uns nichts anhaben, wenn wir richtig damit umgehen. Im Gegenteil: Angst kann uns wichtige Entwicklungsimpulse geben, uns geradezu beflügeln.

.

Wozu Geburtstag?

Geburtstag ist, wie der Name schon sagt, der Tag, an dem man sich ins Bewusstsein ruft, dass man geboren ist. Hätten wir nicht unseren alljährlichen Geburtstag, würden wir es vielleicht gar nicht bemerken, dass wir geboren sind. Schreckliche Vorstellung!

Leben ist endlich

Vielleicht würden wir gar nicht bemerken, dass die Geburt der Eintritt in eine endliche Zeitspanne ist. Mit jedem Geburtstag feiern wir letztlich unsere Endlichkeit. Insofern wäre es klüger, wir würden den Geburtstag Todestag nennen. Der Tod taugt besser als Reminder an unsere Endlichkeit als die Geburt.

Wir krepieren trotzdem

Wären wir nicht geboren, müssten wir nicht sterben. Blöd gelaufen, dass wir geboren sind! Es ist zugleich unser Todesurteil. Der ganze lebenslange Überlebenskampf nutzt nichts, absolut nichts, wir krepieren trotzdem. Schlimmer noch, je mehr wir kämpfen, desto leidvoller könnte sich unser Sterben gestalten.

Scheiß-Leben

Man könnte die Geschichte freilich auch andersrum schreiben. Weil wir sterben, deshalb dürfen wir leben. Deshalb dürfen wir uns gegenseitig über unsere Wehwehchen anjammern, miteinander in Konkurrenz treten, übereinander urteilen, uns gegenseitig das Leben schwer machen, deshalb dürfen wir Fußspuren auf diesem Planeten hinterlassen, so groß, dass selbst einem Yeti vor Staunen die Spucke wegbliebe, deshalb dürfen wir an unseren alten, lebensfeindlichen Denk- und Verhaltensmustern festhalten, dürfen wir uns schämen und grämen und vor Schuldgefühlen den Buckel krumm machen, deshalb dürfen wir beim morgendlichen Wecker-Läuten fluchen, nach dem anschließenden Klogang unsere Hämorrhoiden eincremen, deshalb dürfen wir dieses Scheiß-Leben in dieser Scheiß-Welt zornig oder apathisch, aufmüpfig oder angepasst erleiden.

La vita è bella

Nein, ich will niemandem den Geburtstag madig machen. Und schon gar nicht das Leben. La vita è bella. Die Geschichte mit dem Scheiß-Leben ist nicht Ausdruck einer herbstlich-depressiven Stimmung. Sie entspringt vielmehr der Vitalität eines am Leben Begeisterten, der sich erlaubt, mit schelmischem Augenzwinkern einen Blick auf die andere Seite zu werfen.

Worauf verwenden wir unsere Energie?

Begeisterung am Leben entzündet sich ja nicht durch Ausschließen der anderen Seite. Wenn wir unsere Energie darauf verwenden, uns das Unangenehme, Schmerzhafte, Fremde vom Leib zu halten, bleibt uns keine mehr, unserer Lebenslust zu folgen, zu genießen, zu gestalten, zu lieben, über uns hinauszuwachsen.

Auf das Miteinander kommt es an

Ein richtig gutes Leben erwächst aus dem Miteinander zwischen Wagen, Entdecken, sich Einlassen, Ausprobieren, Grenzen überschreiten auf der einen Seite, und Vernunft und Achtsamkeit auf der anderen. Lebensmut zeigt sich nicht darin, in den Pool zu springen, ohne sich vorher vergewissert zu haben, dass er mit Wasser gefüllt ist. Wir beweisen ihn, indem wir anerkennen, dass es die andere Seite gibt, die mühevolle, verletzende, uns in Frage stellende. „Das Böse ist immer und überall.“, heißt es. Auch Konflikt, Angst, Einschränkungen, Leid…

Plus und Minus

Also, warum nicht gleich Frieden schließen damit? Dann würden wir nämlich feststellen, dass das Böse im Grunde gar nicht böse ist. Es ist mit dem Leben nicht anders als mit dem elektrischen Strom. Es braucht einen Plus- und einen Minus-Pol, dass es fließt. Ohne die andere Seite verlischt das Licht unserer Lebendigkeit. Mit wie viel Lust Kinder die Geschichten von Pippi Langstrumpf lesen, die keine Angst vor der anderen Seite hatte und deshalb das Leben in seiner Fülle genießen konnte!

Eine einzige große Chacne

„Krankheit als Chance“ lautet der Titel eines Buches. Die andere Seite ist eine einzige große Chance, sie steht im Dienste unseres Lebens, unserer Entfaltung, unserer Menschwerdung. Nehmen wir die Klimakrise als Beispiel! Sie könnte uns dienen, nicht nur Kohlekraftwerke gegen Windräder, sondern auch unsere anthropozentrische Weltsicht gegen eine geozentrische auszutauschen und endlich, endlich unsere Liebe zu unserer Mutter Erde zu entdecken.

Der Tod – der beste Kumpel des Lebens

Der Regent der anderen Seite ist der Tod. Er ist nicht der Feind des Lebens sondern steht in dessen Dienst, im Dienst unserer Entfaltung und Menschwerdung. Der Tod kann uns aus unserer Selbstvergessenheit reißen und uns herausfordern, da zu sein, selbst zu sein, lebendig zu sein. Er veranlasst uns, Spuren der Liebe zu hinterlassen und die Verantwortung zu übernehmen, aus unserem Leben das Beste zu machen.

Wie möchte ich gelebt haben

Betrachten wir unser Leben aus dem Blickwinkel unserer Todesstunde, stellt sich die Frage:„Wie möchte ich gelebt haben?“ Eine Zauberfrage, die unser Leben grundsätzlich verändern kann.

Die Freiheit zu gehen ist das allerhöchste Gut

Meine Eingangsidee, den Geburtstag Todestag zu nennen, ich weiß nicht… Zu welchem Datum sollen wir diesen dann feiern? Außer einem Selbstmörder weiß doch keiner, wann ihn der Tod ereilt. Wir könnten uns vorstellen, der Tod wäre jetzt (das ist er ja auch, zumindest als Möglichkeit). Inwieweit bin ich frei zu gehen? Inwieweit befinden sich meine Beziehungen in einer liebevollen Balance? Inwieweit habe ich das gelebt, was mir mein Herz als Hausaufgaben aufgegeben hat? Inwieweit habe ich mich gelöst von unzuträglichen Anbindungen, sei es an Dinge, Ziele, Menschen? Die Freiheit zu gehen, mir erscheint sie als das allerhöchste Gut.

JETZT leben

Der Tod meint es gut mit uns. Er fordert uns auf, unsere Lebenszeit zu nutzen, um zu leben – eben nicht zu überleben sondern zu leben, richtig gut zu leben, JETZT zu leben.

Jeder Moment ist ein Geschenk

Also, Ihr lieben Geburtstagskinder, ich wünsche Euch, dass Euer Leben so gelingt, wie Ihr es aus dem Blickwinkel der Todesstunde heraus ersehnt – ein richtig gutes Leben in jedem Hier und Jetzt.

Diesen beitrag teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print
Share on email

Wir setzen uns mit dem Coronavirus auseinander. Und das ist gut so.
Wir beachten die verordneten Vorsichtsmaßnahmen. Und das ist gut so.
Wir versuchen gesundheitlich und wirtschaftlich das Ärgste zu verhindern. Und das ist gut so.

Derweil lauert allerdings an ganz anderer Stelle eine Gefahr – die Angst. Die Angst um Gesundheit, die Angst um Familienangehörige, die Angst vor Konjunktur, die Angst vor Corona.

Die schlechte Nachricht: Sie ist in ihren Auswirkungen wohl nicht weniger desaströs, als es das Virus selbst sein könnte. Die gute aber: Sie kann uns nichts anhaben, wenn wir richtig damit umgehen. Im Gegenteil, sie kann uns wichtige Entwicklungsimpulse geben, uns geradezu beflügeln.

.

Wozu Geburtstag?

Geburtstag ist, wie der Name schon sagt, der Tag, an dem man sich ins Bewusstsein ruft, dass man geboren ist. Hätten wir nicht unseren alljährlichen Geburtstag, würden wir es vielleicht gar nicht bemerken, dass wir geboren sind. Schreckliche Vorstellung!

Leben ist endlich

Vielleicht würden wir gar nicht bemerken, dass die Geburt der Eintritt in eine endliche Zeitspanne ist. Mit jedem Geburtstag feiern wir letztlich unsere Endlichkeit. Insofern wäre es klüger, wir würden den Geburtstag Todestag nennen. Der Tod taugt besser als Reminder an unsere Endlichkeit als die Geburt.

Wir krepieren trotzdem

Wären wir nicht geboren, müssten wir nicht sterben. Blöd gelaufen, dass wir geboren sind! Es ist zugleich unser Todesurteil. Der ganze lebenslange Überlebenskampf nutzt nichts, absolut nichts, wir krepieren trotzdem. Schlimmer noch, je mehr wir kämpfen, desto leidvoller könnte sich unser Sterben gestalten.

Scheiß-Leben

Man könnte die Geschichte freilich auch andersrum schreiben. Weil wir sterben, deshalb dürfen wir leben. Deshalb dürfen wir uns gegenseitig über unsere Wehwehchen anjammern, miteinander in Konkurrenz treten, übereinander urteilen, uns gegenseitig das Leben schwer machen, deshalb dürfen wir Fußspuren auf diesem Planeten hinterlassen, so groß, dass selbst einem Yeti vor Staunen die Spucke wegbliebe, deshalb dürfen wir an unseren alten, lebensfeindlichen Denk- und Verhaltensmustern festhalten, dürfen wir uns schämen und grämen und vor Schuldgefühlen den Buckel krumm machen, deshalb dürfen wir beim morgendlichen Wecker-Läuten fluchen, nach dem anschließenden Klogang unsere Hämorrhoiden eincremen, deshalb dürfen wir dieses Scheiß-Leben in dieser Scheiß-Welt zornig oder apathisch, aufmüpfig oder angepasst erleiden.

La vita è bella

Nein, ich will niemandem den Geburtstag madig machen. Und schon gar nicht das Leben. La vita è bella. Die Geschichte mit dem Scheiß-Leben ist nicht Ausdruck einer herbstlich-depressiven Stimmung. Sie entspringt vielmehr der Vitalität eines am Leben Begeisterten, der sich erlaubt, mit schelmischem Augenzwinkern einen Blick auf die andere Seite zu werfen.

Worauf verwenden wir unsere Energie?

Begeisterung am Leben entzündet sich ja nicht durch Ausschließen der anderen Seite. Wenn wir unsere Energie darauf verwenden, uns das Unangenehme, Schmerzhafte, Fremde vom Leib zu halten, bleibt uns keine mehr, unserer Lebenslust zu folgen, zu genießen, zu gestalten, zu lieben, über uns hinauszuwachsen.

Auf das Miteinander kommt es an

Ein richtig gutes Leben erwächst aus dem Miteinander zwischen Wagen, Entdecken, sich Einlassen, Ausprobieren, Grenzen überschreiten auf der einen Seite, und Vernunft und Achtsamkeit auf der anderen. Lebensmut zeigt sich nicht darin, in den Pool zu springen, ohne sich vorher vergewissert zu haben, dass er mit Wasser gefüllt ist. Wir beweisen ihn, indem wir anerkennen, dass es die andere Seite gibt, die mühevolle, verletzende, uns in Frage stellende. „Das Böse ist immer und überall.“, heißt es. Auch Konflikt, Angst, Einschränkungen, Leid…

Plus und Minus

Also, warum nicht gleich Frieden schließen damit? Dann würden wir nämlich feststellen, dass das Böse im Grunde gar nicht böse ist. Es ist mit dem Leben nicht anders als mit dem elektrischen Strom. Es braucht einen Plus- und einen Minus-Pol, dass es fließt. Ohne die andere Seite verlischt das Licht unserer Lebendigkeit. Mit wie viel Lust Kinder die Geschichten von Pippi Langstrumpf lesen, die keine Angst vor der anderen Seite hatte und deshalb das Leben in seiner Fülle genießen konnte!

Eine einzige große Chacne

„Krankheit als Chance“ lautet der Titel eines Buches. Die andere Seite ist eine einzige große Chance, sie steht im Dienste unseres Lebens, unserer Entfaltung, unserer Menschwerdung. Nehmen wir die Klimakrise als Beispiel! Sie könnte uns dienen, nicht nur Kohlekraftwerke gegen Windräder, sondern auch unsere anthropozentrische Weltsicht gegen eine geozentrische auszutauschen und endlich, endlich unsere Liebe zu unserer Mutter Erde zu entdecken.

Der Tod – der beste Kumpel des Lebens

Der Regent der anderen Seite ist der Tod. Er ist nicht der Feind des Lebens sondern steht in dessen Dienst, im Dienst unserer Entfaltung und Menschwerdung. Der Tod kann uns aus unserer Selbstvergessenheit reißen und uns herausfordern, da zu sein, selbst zu sein, lebendig zu sein. Er veranlasst uns, Spuren der Liebe zu hinterlassen und die Verantwortung zu übernehmen, aus unserem Leben das Beste zu machen.

Wie möchte ich gelebt haben

Betrachten wir unser Leben aus dem Blickwinkel unserer Todesstunde, stellt sich die Frage:„Wie möchte ich gelebt haben?“ Eine Zauberfrage, die unser Leben grundsätzlich verändern kann.

Die Freiheit zu gehen ist das allerhöchste Gut

Meine Eingangsidee, den Geburtstag Todestag zu nennen, ich weiß nicht… Zu welchem Datum sollen wir diesen dann feiern? Außer einem Selbstmörder weiß doch keiner, wann ihn der Tod ereilt. Wir könnten uns vorstellen, der Tod wäre jetzt (das ist er ja auch, zumindest als Möglichkeit). Inwieweit bin ich frei zu gehen? Inwieweit befinden sich meine Beziehungen in einer liebevollen Balance? Inwieweit habe ich das gelebt, was mir mein Herz als Hausaufgaben aufgegeben hat? Inwieweit habe ich mich gelöst von unzuträglichen Anbindungen, sei es an Dinge, Ziele, Menschen? Die Freiheit zu gehen, mir erscheint sie als das allerhöchste Gut.

JETZT leben

Der Tod meint es gut mit uns. Er fordert uns auf, unsere Lebenszeit zu nutzen, um zu leben – eben nicht zu überleben sondern zu leben, richtig gut zu leben, JETZT zu leben.

Jeder Moment ist ein Geschenk

Also, Ihr lieben Geburtstagskinder, ich wünsche Euch, dass Euer Leben so gelingt, wie Ihr es aus dem Blickwinkel der Todesstunde heraus ersehnt – ein richtig gutes Leben in jedem Hier und Jetzt.

Diesen beitrag teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print
Share on email
Über  den Author

Über den Author

Wolfgang Stabentheiner zählt zu Europas Coachingpionieren der ersten Stunde. 1990 gründete er FUTURE und entwickelte das erste ICF-zertifizierte Coachingprogramm im deutschen Sprachraum.

Er wirkt international als Coach, Author, Seminarleiter und Vortragender.
Mehrfach rankte man ihn unter die Top 100 der inspirierendsten Menschen im deutschen Sprachgebiet.

Im Laufe der letzten 30 Jahre haben sich ihm an die 2000 Führungskräfte in Seminaren, Coachings und Beratungen anvertraut. Er hat hunderte von Coaches aus vielen Ländern Europas ausgebildet und ungezählte Unternehmen in wichtigen transformatorischen Prozessen begleitet. Er begründete die FUTURE Methode und das FUTURE Trainer Netzwerk. Seit einem Jahr widmet er sich ganz dem Thema
RICHTIG GUT LEBEN.